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Nerd goes Mountainbiker

Harburger Berge, Spätsommer 2020. Da fährt man mit seinem Rad durch den Wald, immer brav den Weg entlang. Im Augenwinkel, zwischen den Bäumen, taucht gelegentlich ein Radfahrer auf, der außerhalb der befestigten Wege Zickzack durch den Wald fährt. Krass, denkt man sich und fährt weiter. Kurze Zeit später: zwei Mountainbiker kommen einem entgegen. Und als man sich umdreht, um ihnen nachzuschauen, sind sie verschwunden – wie vom Wald gefressen. Man fährt zurück; schaut sich um. Nur ein kleiner Pfad und Reifenspuren am Wegesrand deuten darauf hin, wo die Zwei abgeblieben sind. Da steht man also, mit seinem Alltagsrad vor dem Einstieg zum Trail.

Plötzlich passieren Dinge. Während das Rad klappert, geht es mehr oder weniger unkontrolliert durch enge Kurven, haarscharf an Bäumen vorbei, über Wurzel und Steine. Die körperliche Biochemie dreht ab. Endorphine, Serotonin, Dopamin und Co feiern eine wilde Party. Am Ende des Trails, wieder auf dem normalen Weg angekommen, kommentiert man die letzten Minuten einfach nur mit »Alter! Geil!«. Seitdem kommt bei jedem kleinen Pfad am Wegesrand die Frage auf: Trail, Cacherautobahn (Trampelpfad der den Cacher zum Cache führt) oder Tierpfad?

Neben dem Reiserad und Alltagsrad sollte also noch ein Mountainbike her. Doch wo werd ich die meiste Zeit fahren? Was für ein Typ Mountainbiker bin ich? Was für ein Rad macht Sinn?

Der höchste Punkt in Hamburg ist mit 116 Metern der Hasselbrack in den Harburger Bergen. Die liegen von mir aus zwar auf der anderen Seite der Elbe, sind aber dennoch gut zu erreichen. Hier findet man neben dem Feuerlöscher- und Flaschengeist-Trail noch einige Andere – die es zu finden gilt. Somit war das »Wo« schon mal geklärt.

Und der Typ? Ganz klar, der Kerl auf Trailscouting-Tour mit Rucksack. Der den ein oder anderen kleinen Sprung mitnimmt und Spaß an Up- und Downhill hat.

Es folgten – wie schon beim Reiserad – wochenlange Recherchen zu Mountainbikes, deren Einsatzgebiete und Komponenten. Ein Cross-Country, genauso wie ein Downhill-Bike, konnte direkt zu Beginn ausgeschlossen werden. Und letztlich lief jede Recherche und jedes Gespräch auf ein Enduro-Bike hinaus. Einen kurzen Überblick über die Bike-Arten gibt euch Fabio Schäfer in seinem YouTube-Video »MTB Arten erklärt: Cross Country, All Mountain, Enduro, Downhill, E-MTB & Dirt Jump.«

Bei den Recherchen stößt man immer wieder auf namenhaften Bike-Schmieden wie Santa Cruz, Propain, Cube, Trek und Canyon, um nur einige zu nennen. Und wie das immer so ist, die einen vergöttern Bikes aus der Schmiede XY und anderen wollen genau diese Schmiede in Flammen sehen. Bisschen wie bei Windows, MacOS und Linux-Usern. Brenn Windows, brenn!

Also, Erfahrung selbst sammeln. Der Corona-Lockdown machte es nicht einfach, sich bei seinem Fahrradhändler mal auf das ein oder andere Mountainbike zu setzen. Immerhin ergab sich die Gelegenheit, kleine Runden auf einem Cube, Trek und einem Canyon zu drehen. Auch wenn die Rahmengrößen nicht ganz meiner Körpergröße entsprach, kristallisierte sich ein Bike heraus.

Die Suche nach einem Bike war damit vorbei und endete im Oktober 2020 mit einem Spectral 5 im Warenkorb von Canyon. Vier Monate Lieferzeit und heute kam das Bike unbeschadet in Hamburg an.

Fakten zum Spectral 5 findet ihr direkt bei Canyon.

Ich bin dann mal auf Trails.
Poffer

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