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Black Steel – Böttcher Dakkar als Reiserad

Da war er, der langersehnte Anruf, direkt zu Beginn meiner Isolation: »Dein Rad ist fertig und kann abgeholt werden.« Zwei Monate hat die Fertigung und Montage gedauert. Aufgeregt fieberte ich also – im wahrsten Sinne des Wortes – dem Ende der Quarantäne entgegen.

Über mehrere Wochen hinweg hatte ich viel Zeit in das Thema Reiserad gesteckt und dabei unzählige Foren durchforstet, etliche YouTube Videos geschaut, Mails an die ein oder andere Fahrradschmiede verfasst und öfters den Fahrradhändler meines Vertrauens aufgesucht.

Vor Ort gab es sogar einige – auf Radreisen ausgelegte – Drahtesel, mit denen man direkt aus dem Laden in die weite Welt hätte fahren können. So auch das Böttcher Expedition, mit dem Olga und Michel von rausgefahren.de über 50.000 Kilometer zurückgelegt haben. Das ist natürlich verlockend und so ein Radel wäre für meine Zwecke auch ausreichend, doch irgendwie gab es immer eine Kleinigkeit die mich störte, mit der ich mich einfach nicht anfreunden konnte. So legte ich erst mal das Budget fest, wodurch einige Kompromisse eingegangen und technische Abstriche gemacht werden mussten. Die Frage war nur: welche?

Felgen- oder Scheibenbremsen? Aluminum- oder Stahlrahmen? 26 oder 28 Zoll? Da die Reiseziele innerhalb Europas liegen, spielt die Argumentation bzgl. der Verfügbarkeit von Ersatzteilen bei der Entscheidungs- und Kompromissfindung keine Rolle. Daher setze ich auf hydraulische Scheibenbremsen. Ein Stahlrahmen bietet Stabilität und eine gewisse Elastizität, auf die ich nicht verzichten wollte. Und sollte der Rahmen unterwegs wirklich mal brechen, so kann mir die kleinste Metallschmiede schnell aushelfen. Lediglich bei den Laufrädern selbst, war ich kompromissbereit. Statt den 26 Zoll – die gemeinhin als stabiler gelten – dürfen es auch gerne 28 Zoll sein, sofern 50mm Reifen aufgezogen und verstärkte Speichen eingezogen werden können. Vielleicht habe ich nur einen Grund gesucht, um von der weit verbreiteten Auffassung »Reiserad = 26 Zoll« wegzukommen. Persönlich habe ich nämlich lieber 28 Zoll unter mir.

Nach einigen Testrunden auf diversen Rädern, sollte es schließlich das Dakkar aus dem Hause Böttcher werden. Ein kurzer Anruf bei Böttcher bestätige die maximale Tragkraft von 150 Kilogramm; schließlich muss das Rad Körpergewicht plus das zusätzliche Gewicht von Zelt, Schlafsack, Verpflegung etc. tragen können. Über den Online-Konfigurator konnten weitere Komponenten ausgetauscht und hinzugefügt werden.

Bis auf Kleinigkeiten behielt ich die vorkonfigurierten Komponenten bei. Lediglich Bereifung, Griffe, Pedale und Sattel wurden getauscht und zusätzlich ein Lowrider und zwei Flaschenhalter angebracht. Der Rahmen sollte – oh Wunder – eine mattschwarze Pulverbeschichtung verpasst bekommen. Das sollte es also werden, das Rad, das mich nach Skagen bringt – und nun ist es da!

Da ich mich zur Zeit noch in der Regeneration von einer OP und COVID-19 befinde, sind für die nächsten Wochen keine größeren Touren und ausgiebigen Fahrten mit dem Dakkar geplant. Es ist aber schön, langsam wieder in Bewegung zu kommen und die ersten Kilometer mit dem neuen Rad zurückzulegen. Wenn ihr wissen wollt, wie sich das Dakkar als Reiserad macht, dann folgt mir gerne auf Instagram.

Fahrt vorsichtig und Maske nicht vergessen!
Poffer

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